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Die Anatomie der Wale

Da alle Wale Säugetiere sind, benötigen sie zum Leben Sauerstoff. Die Lunge des Wals ist so beschaffen, dass sie beim Einatmen fast das gesamte Luftvolumen (ca. 85-90%) der Lunge austauscht. Dies ist eine erstaunliche Fähigkeit, da bei einem landlebenden Säugetier das Luftvolumen nur in einer Höhe von maximal 15% ausgetauscht werden kann. Der Sauerstoff wird im Körper des Wals extrem gut aufgenommen und nicht nur im Blut, sondern auch in unterschiedlichen Körperregionen wie z.B. den Muskeln gespeichert. So sind die zur Futteraufnahme notwendigen, längeren Tauchgänge des Wals möglich.

Die Ausatmung erfolgt beim Wal durch das Blasloch oberhalb des Kopfes. Bartenwale haben zwei solcher "Nasenlöcher", während der Zahnwal nur eines hat. Diese Blaslöcher werden nach dem Ein- und Ausatmen automatisch wieder verschlossen. Warum die Ausatmungsluft, der so genannte Blas, sichtbar ist, kann nicht eindeutig erklärt werden. Oftmals wird vermutet, dass es sich um Wasserdampf handelt, der in kälteren Regionen kondensiert.

Der Körper des Wals ist strömlinienförmig entwickelt, um beim Schwimmen möglichst wenig Wasserwiderstand zu verursachen. Unter der Haut des Wals befindet sich eine dicke Schicht von Fettgewebe, der so genannte Blubber. Dieser wird meist zur Regulierung der Körpertemperatur benötigt. Die Brust- und Rückenflosse (Finne) dienen dem Wal zur Steuerung und zur Stabilisierung. Die Schwanzflosse, die Fluke, die im Gegensatz zu der eines Fisches nicht senkrecht sondern waagrecht verläuft, wird zur Fortbewegung genutzt.

Walskelett
Skelett eines Blauwals vor der "University of California" in Santa Cruz, USA.

Das Skelett des Wals besteht aus relativ wenigen festen Knochen, da der Körper des Waltiers hauptsächlich vom Wasser gefestigt wird. Der Wal hat daher mehr gewichtslosere Spongiosaknochen und teilweise ersetzen Knorpel oder Fettgewebe mache Teile. Die gesamte Wirbelsäule des Wals besteht, je nach Art des Wals, aus 40 bis 93 einzelnen Wirbelteilen. Der Wal hat einen besonders grossen Herzmuskel, der aus zwei Kammern besteht. Das Walherz arbeitet extrem effektiv und kann daher den Sauerstoff optimal im Körper des Tieres verteilen.